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zu Archaischem vordringen, in es eintauchen. Gedanken auseinander wirbeln lassen, vergessen machen. Sich überlassen dem, was dann geschieht. In einem Knäuel von Menschen, das einfach daliegt, sich so anordnete, tasten, spüren, so eine Hand, ohne ersichtliche Zugehörigkeit. Wie fühlt sie sich an? Bleibe ich, taste ich weiter, zur nächsten Hand, zum nächsten Arm, oder zu was? Weich, hart, wie? Leben – fühlen. Es hängt schon von der Ansage ab, so ist zu hören, „dem andern ins Haar gehen dürfen“. So angenehmes Haar plötzlich. Lang und die Strähnen aufschließbar. Das Entscheidende: es wird gewährt. Jeder entscheidet in jedem Moment, was er möchte, was nicht. Mit der Stirn an einem weichen Oberarm, Wärme. Stirn daran pressen, eintauchen. Angenehmer Stoff. Gut, dass es jetzt so lang geht. Gut, dass sie mir ins Haar geht. Da sind noch viele Strähnen bei ihr, die ich lösen wollte, sehe auf ihre Haut am Hals. Atemnähe, direkteste Verbindung zum Leben, Atem, wie er herausgleitet, aus ihrem Körper, warm, was für Wunder, mir gehen die Schleier weg … vor Augen, erreiche … ganz andere Schichten, erinnere mich, wie es einst war als Kind, mit Vater im Wohnzimmer zu spielen, wie unabsichtlich, zunächst, seinen Körper zu berühren, wie gut es sich angefühlt hatte, in seinen Körper einzutauchen, betörende Süße, das Herausgleiten ihres Atems in solcher Nähe, als sei ich schon süchtig danach – so schnell geht es –, ihr Leben zu fühlen, ist schon, als sei sie mir gar nicht mehr unbekannt …….