Es passierten drei Fehler zum gravierenden Nachteil m/einer Person. Als sich wiederholt nichts regte, stellte ich dies in einer E-Mail dar. Nicht angreifend, sachlich.

Die Reaktion war Verschärfung.

Im darauf folgenden Gespräch wiederholte das Gegenüber bei jedem Klärungs- und Entspannungsversuch meinerseits seine Vorgabe. Wirklich wie ein Käfer, der nicht anders kann, als Zangen auszufahren. Dabei setzte sie drei Lügen ein, mit denen sie alles glattzustreichen suchte. Diese Lügen wären nicht nötig gewesen, denn die Situation hatte Ermessungsspielraum.

Am Ende sagte sie – ich hatte die Atmosphäre dennoch etwas entspannt, sie nicht –, „Sie können das auch gerne mit meinem Vorgesetzten absprechen, Zimmer 7“. Ich kenne den Vorgesetzten aus anderer Zeit und weiß, dass und wie er sich mit Angestellten abspricht. Es ist Aussichts-los. Denn der Staat hat in solchen Angelegenheiten alle Rechte den Kommunen übertragen. Gerichtlich wird nur dann etwas bearbeitet, wenn die Allgemeinheit zu Schaden kam. Der Einzelne hat keine Bedeutung. So viel zum Fortschritt.

 

Mir kam das Bild eines Schriftstellers, wie viele erschlossene Räume sein Gesicht enthielt. Zusammengesunken an seinem Schreibtisch.

 

Zusammengesunken.

 

Nichts davon hier. „Das Weibliche“ scheint weiterhin besonders hart bei der Erfüllung von Vorgaben zu sein. Und all die hässlichen, im Grunde sadistischen Wörter einer jüngsten Gesetzesregelung

 

nahm sie in ihren Mund.

 

Ich saß dann im Café und sah auf die Fußgängerzone. Es war noch Morgen. Ganz ruhig und weich und voller Übergänge.

Was hinter Gesichtern steckt. Wird verschleiert durch das bisschen Lust, das ggf. ausgelöst wird.

Dass sie die Kraft dieses Kerls, der neben ihr geht, sexuell anturnt. Ich suche Verächtlichkeit zu meiden, es gelingt nicht ganz.

Und sicher lässt sich alles umdrehen. Was turnt mich, was turnt Männer bei einer Frau an ..

Ricarda, so junge Bedienung, wie frei und gültig für alle ihr Ruf. Gerade weil sie so intakt, wagt sie keine Überschreitung hinsichtlich gesetzter Bedingungen. Neulich half sie einer Kollegin, und aus Freude über ein Gelingen rutschte ihr raus, „Manchmal bin ich ein Genie“. Ängstlich fügte sie hinzu, „Das meine ich natürlich ironisch“. Ihr intaktes Gefühl – bzw. wer? – sagte ihr wohl, „ich habe mich der Exponierung schuldig gemacht“.

Ich habe nun unter verschärften Bedingungen ‚einherzukriechen‘, weil ich es wagte, auf Versäumnisse, die nicht von mir ausgingen, lediglich hinzuweisen. In der Nacht träumte ich von einem Professor, der wie eine Leiche im Stuhl saß, und es war zu hören, dass er in einem Gremium Wahrheit gesagt habe. Seine Frau fragte mich, machst du das für andere oder für dich? Ich sagte, ich mache alles für mich und zugleich alles für andere. Sie sagte, du hattest schöne Augen, als du das sagtest. Ich erwachte ganz harmonisch. Und zog so die Rollläden hoch. Das Husten einer Frau setzte dabei ein, als habe sie etwas erkannt, was sie nicht verarbeiten kann. Einbildungen, man erfährt nichts.

Ich stellte mir kurz vor, was herauskäme, mich dieser „Sach“-Bearbeiterin beim Tanze, zu einer menschlichen Dimension hin, zu öffnen.

Welche Art Öffnung wäre es, die von ihr ausginge, und wie weit reichte sie?