... erzählt dieses Zeug, in dem Mitgefühl aufzubringen ist – aber wie geringfügig ist die Sache? –, während des Essens. Sie weiß doch: ich esse das alles mit .. Vorstellungen werden gleich so intensiv, dass sie die ganze Person ausfüllen.

 

Scheinfrage, Ja-Antwort-Frage. Als Kind geriet ich dadurch in ein Dilemma: „Nein“ zu fühlen, dies auch zum Ausdruck gebracht zu haben, und „Ja“ sagen zu sollen. Die Kränkung des Fragenstellers stand im Raum, vor der es sich zusätzlich zu hüten galt.

 

Plötzlich begriff ich noch einmal, wie ich soziale Ungerechtigkeit als Kind wahrnahm, in anderem bzw. Person-bezogenem Feld. Heute gehe ich auch von der Person aus, aber anders. Umfassender und doch leerer. Ich wusste noch nicht, was von Menschen „im Zweifelsfall“ zu halten ist.

 

Und erinnere mich, volle Identität gewesen zu sein, und es nicht fassen zu können, wenn jemand zersetzend damit umging.

 

Als ich zum ersten Mal erlebte unverständliches Herzverhalten. Und nichts davon wusste, dass ‚Pathologien‘ dahinterstecken könnten.

 

Traum, trotz überlegenen Wissens eine Klausur nicht entsprechend füllen können. Daraufhin fuhr ich im Wagen und geriet in immer tiefere Waldgegend, neben mir saß Carl, wir sprachen ein paar Worte miteinander, er erschien scheu, etwas jenseitig und geklärt.

 

Carl brachte sich vor zwei Jahren um, im Abiturstress, in einer Waldgegend.

 

Auch in unseren Gesprächen über Picasso kam Bacon auf dieses Thema [Realismus] zurück: „Die Periode, die mich am meisten interessiert, sind die späten Zwanziger- und die frühen Dreißigerjahre – du weißt schon, die Strandszenen aus Dinard, auf denen man merkwürdige Gestalten entdeckt, die Schlüssel in den Strandhütten drehen. Das ist wahrer Realismus für mich, denn er vermittelt einem, wie es sich anfühlt, am Strand zu sein.“

(aus: Gespräche in der Nacht)

 

*

 

Yasmin, kommt mir plötzlich so ungeheuer vor, dass es sie gibt, und sich zuwendet.

 

Kommt mir plötzlich so ungeheuer vor, dass ich im Menschengetriebe irgendwie funktioniere.

 

dass ich überhaupt irgendetwas kann.

 

In der inneren Stille hört jede Bewegung des Denkens auf
und das Herz beginnt zu sprechen.
Die Einsamkeit festigt die Liebe
(Indianische Weisheit)